Sicherheitsfirma · Stundensatz · Stand 2026

Wie kalkuliert eine Sicherheitsfirma ihren Stundensatz?

Vom Mitarbeiterlohn zum belastbaren Kundenpreis – mit Zuschlägen, Ausfallreserve, Einsatzleitung und vollständigen Betriebskosten.

Von der Company Stack Redaktion 3 Primärquellen Aktualisiert am 21. Juni 2026 Redaktionsmethodik
Einordnung 1

Bruttolohn ist nicht die Kostenuntergrenze

Für jede bezahlte Einsatzstunde entstehen zusätzliche Arbeitgeberkosten. Gleichzeitig werden Urlaub, Krankheit, Einarbeitung und Zeiten ohne direkte Kundenabrechnung über die produktiven Stunden finanziert. Ein kleiner prozentualer Aufschlag auf den Bruttolohn bildet diese Struktur nicht ausreichend ab.

Die Kalkulation sollte mit Jahreskosten je Mitarbeiter und realistisch verkaufbaren Stunden arbeiten. Dadurch werden Ausfallzeiten und nicht besetzbare Kapazität sichtbar. Branchenspezifische tarifliche und gesetzliche Vorgaben müssen aktuell geprüft werden.

Einordnung 2

Schicht, Objekt und Organisation verursachen Zusatzkosten

Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienste können Zuschläge auslösen. Hinzu kommen Dienstkleidung, Kommunikation, Kontrollsysteme, Fahrzeuge oder objektspezifische Schulungen. Auch Einsatzleitung und kurzfristige Ersatzplanung gehören zum Auftrag.

Ein Objektpreis sollte diese Anforderungen transparent abbilden. Werden mehrere Qualifikationen, Positionen oder Zeitfenster benötigt, ist eine differenzierte Kalkulation belastbarer als ein einheitlicher Stundensatz für jede Leistung.

Praxisübersicht

Die wichtigsten Punkte im Vergleich

Die Tabelle dient der ersten Einordnung. Konkrete Rechts-, Steuer- und Genehmigungsfragen müssen im Einzelfall geprüft werden.

ThemaEinordnungWas praktisch zu beachten ist
Bruttolohn Ausgangspunkt Aktuelle gesetzliche, tarifliche und vertragliche Vorgaben prüfen.
Arbeitgeberkosten zusätzlich Sozialabgaben und weitere lohnbezogene Kosten berücksichtigen.
Urlaub, Krankheit und Reserve auf produktive Stunden verteilen Auftrag muss auch bei Ausfällen besetzt werden können.
Nacht-, Sonn- und Feiertage schichtabhängig Zuschläge und steuerliche Behandlung aktuell prüfen.
Einsatzleitung und Verwaltung Gemeinkosten Disposition, Berichte, Abrechnung, Recruiting und Qualitätssicherung finanzieren.
Marge und Risiko notwendig Zahlungsausfälle, Vertragsrisiken und Wachstum benötigen Eigenkapital.
Vor der Entscheidung

Praktische Checkliste

  1. Jahrespersonalkosten statt nur Bruttostundenlohn berechnen.
  2. Produktive, tatsächlich verkaufbare Stunden realistisch ansetzen.
  3. Schichtzuschläge und objektspezifische Qualifikation getrennt kalkulieren.
  4. Einsatzleitung, Verwaltung, Versicherung und Ausrüstung verteilen.
  5. Personalreserve und Kundenzahlungsziel in die Liquidität einbauen.
Häufige Fragen

Antworten zur konkreten Entscheidung

Wie hoch muss der Aufschlag auf den Mitarbeiterlohn sein?

Ein pauschaler Aufschlag ist nicht zuverlässig. Er muss aus Arbeitgeberkosten, Ausfallzeiten, Zuschlägen, Gemeinkosten, Einsatzanforderungen und gewünschter Marge berechnet werden.

Wie werden Krankheit und Urlaub kalkuliert?

Die bezahlten Ausfallzeiten werden über die realistisch produktiven und abrechenbaren Stunden verteilt. Zusätzlich kann Personalreserve nötig sein, um feste Schichten zu besetzen.

Sollten Nacht- und Feiertagsdienste eigene Preise haben?

Ja, wenn Zuschläge oder zusätzliche organisatorische Anforderungen entstehen. Das Angebot sollte Zeitfenster und Qualifikationsniveau eindeutig unterscheiden.

Warum kann ein großer Auftrag die Liquidität belasten?

Löhne und Abgaben werden regelmäßig vor dem Zahlungseingang des Kunden fällig. Je größer das Schichtvolumen und je länger das Zahlungsziel, desto höher ist die notwendige Vorfinanzierung.

Primärquellen

Grundlagen direkt prüfen

Allgemeine Orientierung, keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Prüfe die konkrete Situation bei den zuständigen Stellen und fachkundigen Beratern.